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Das besondere Objekt: Astarte-Plakette vom Tel Akko

Astarte-Plakette vom Tel Akko (Foto: Bibelhaus Erlebnis Museum)
Astarte-Plakette vom Tel Akko

Bei den Ausgrabungen der Philipps-Universität Marburg am Tel Akko im Norden Israels wurde 1983 eine leicht beschädigte Terrakotta-Plakette gefunden. Durch weitere Funde in derselben Schicht kann diese in die Spätbronzezeit (14. bis 13. Jahrhundert vor Christus) datiert werden.

Die Figur ist etwa acht Zentimeter hoch. Sie ist gut als eine völlig nackte weibliche Person zu erkennen, die ihre Brüste mit beiden Händen stützt. Ihre Ellbogen sind ziemlich spitz, der Körper ist schlank, ebenso wie die Hüften, und die Schamzone ist nur leicht hervorgehoben.

Ein rechteckiges Gesicht und mandelförmige Augen

Interessant ist die eigentümliche Figuration des Kopfes: Das Gesicht ist rechteckig; die Augen sind mandelförmig und werden durch Augenbrauen und Augenlider betont, die Nase sticht hervor. Der Mund ist leicht beschädigt.

Das Haar, das das Gesicht umrahmt, ist kurz, erreicht das Kinn in einer Art gewelltem Haarschnitt und wird auf beiden Seiten durch ornamentale Haarspangen zusammengehalten. Diese könnten aber auch Ohrringe sein. Auf dem Kopf bedeckt ein undeutlicher Kopfschmuck das Haar mit einem Anhänger oder Knopf, der auf der Stirn hängt. Der Hals ist relativ lang. Unklar bleibt, ob die Figur eine Halskette trägt.

 

Kugeln aus Ton vergrößerten die Brüste

Als die Figur aus der Form entfernt wurde, in der sie hergestellt wurde, waren ihre Brüste für den Künstler offenbar zu flach. Also vergrößerte er sie, indem er ihnen zwei kleine Kugeln aus Ton hinzufügte. Die kleine Kugel der rechten Brust ist abgebrochen.

Relief-Figuren von nackten Frauen, die ihre Brüste unterstützen oder umklammern, waren im alten Nahen Ostens weit verbreitet. Die frühesten Exemplare, die gemeinhin als "Astarte-Plaketten" bezeichnet werden, stammen aus dem Mesopotamien des 3. Jahrtausend vor Christus. Astarte ist die altorientalische Himmels-Göttin, aber auch die Göttin der Fruchtbarkeit und der Seefahrer. Das Alte Testament erwähnt die Göttin Astarte zumeist im Plural und gemeinsam mit dem Gott Baal in Verurteilungen des Fremdgötterdienstes (Richter 2,13 und 10,6, 1. Samuel 7,4 und 12,10).

Verehrung in der Zeit des Alten Testaments

Lokale Beispiele werden hauptsächlich in die Spätbronzezeit (14. bis 13. Jahrhundert vor Christus) datiert. Die Gesichter dieser Figuren sind jedoch ganz anders dargestellt als bei dem Tel Akko-Beispiel. Sie weisen meist mit einer "Hathor Haartracht" auf ägyptischen Einfluss hin.

Die Verehrung der Astarte scheint sich in Zeiten des Alten Testaments fortgesetzt zu haben, das eigentlich nur den einen männlichen Gott kennt. Was es damit auf sich hat und wie wichtig oder unwichtig die Geschlechtlichkeit Gottes ist, wird ab Frühjahr 2021 Thema einer Sonderausstellung im Bibelhaus sein. Der Titel lautet „G*tt w/m/d: Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“.