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Der Goldschatz aus Apollonia

Goldschatz aus Apollonia
Goldschatz

Am 21. März des Jahres 1265 begann die große und gut ausgestattete muslimische Armee des Sultan Baibars die Kreuzritterfestung von Arsur, dem antiken Apollonia, zu belagern. Am 26. April, nach 35 Tagen der Belagerung, wurde ein gewaltiger Angriff ausgeführt und Apollonia wurde im Sturm genommen. Die überlebenden Verteidiger suchten Zuflucht in der Burg und kämpften weiter. Nach drei Tagen heftiger Auseinandersetzungen, nahmen muslimische Krieger einen Teil der Befestigungsanlagen des Schlosses ein und waren in der Lage, die Banner des Islam über den Mauern zu hissen.

Die Kreuzfahrer verloren etwa 1.000 Krieger und boten schließlich die Kapitulation an, unter der Bedingung, dass die Überlebenden frei zu lassen seien. Baibars stimmte zunächst zu, brach dann aber sein Versprechen und die Überlebenden wurden gezwungen beim systematischen Abriss der eigenen Festung mitzuhelfen, wurden getötet oder in die Sklaverei verbracht. Der Ort war geschliffen, lag in Schutt und Asche und wurde nie wieder richtig bewohnt.

Eine außergewöhnliche archäologische Entdeckung

Im Sommer 2012 machten Archäologen der Universität Tel Aviv eine außergewöhnliche Entdeckung mitten in den Ruinen von Apollonia: bei Ausgrabungen im Bereich  des Haupttors wurde unter dem Fußboden eines Gebäudes ein kleiner Krug gefunden, der mit Erde und 108 Goldmünzen gefüllt war. Dieser Goldschatz ist der erste kreuzfahrerzeitliche Hortfund aus einer regulären archäologischen Ausgrabung.

Der Fund scheint auf eine Verbindung des Schatzes mit den letzten Verteidigern der Burg, Kreuzrittern des Johanniterordens, hinzuweisen. Möglicherweise wurde er hier mit der Absicht vergraben, ihn nach der Schlacht gegen die Mamluken wieder auszugraben. Die Vereinbarung der Johanniter vor Baibars Truppen im Gegenzug für ihre Freiheit zu kapitulieren – die sich als eine List erwies – ermutigte sie vermutlich, Wertsachen zu verstecken, bevor sie von den Mamluken entwaffnet wurden.

Islamische Dinare aus Nordafrika

Überraschenderweise zeigte eine ausführliche Lesung der gut erhaltenen Münzen außerdem, dass keine von ihnen in die Zeit des Kreuzfahrer-Königreichs datiert. Vielmehr handelt es sich um islamische Dinare, die wesentlich früher im benachbarten schiitischen Fatimiden-Staat Nordafrikas, dem mittelalterlichen Ägypten und Syrien zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert, geprägt worden waren. Auch der extrem hohe Goldgehalt der Münzen, zwischen 96 und 99 Prozent, zeigt, dass dies ein typischer Hort der fatimidischen Periode ist.

Wir stehen daher vor einem Rätsel: wie erklären wir uns einen Schatz, der sicher aus dem frühen 12. Jahrhundert stammt, in einem archäologischen Kontext, der ebenso sicher etwa 160 bis 170 Jahre später datiert, in die 60er Jahre des 13. Jahrhunderts?

Begraben und vergessen?

Es gibt zwei mögliche Szenarien: erstens, dass die Münzen für etwa 170 Jahre kontinuierlich eingesetzt wurden. Dies scheint sehr unwahrscheinlich, zumal es in dem Hort keine späteren islamischen und kreuzfahrerzeitlichen Münzen des 12. bis 13. Jahrhunderts gibt. Die wahrscheinlichere Lösung ist, dass die Münzen wegen ihres hohen Werts von ihrem Besitzer aufbewahrt und versteckt wurden. Wie er in ihren Besitz kam bleibt unklar. Vielleicht waren sie von ihren ursprünglichen Eigentümer schon einmal vergraben worden.

Das könnte in der Zeit geschehen sein, in der die ersten Kreuzritter versucht haben, Apollonia Ende des 11. oder Anfang des 12. Jahrhunderts zu erobern. So wurde bei der Eroberung der fatimidischen Stadt durch Balduin I. in 1101 ein großer Teil der Bewohner vertrieben. Anschließend blieb der Schatz begraben und vergessen in der fränkisch bewohnten Stadt bis er irgendwie nach 1261 von einem Johanniter "wiederentdeckt" wurde.  Er wurde dann von dem fränkischen Belagerten in der Burg zum zweiten Mal im Boden begraben, wo er blieb bis er von den Archäologen geborgen wurde.

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