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Das besondere Objekt: Die Druckerpresse

Druckerpresse

Die Druckerpresse ist eine Weiterentwicklung, die auf den Mainzer Goldschmied Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (um 1400-1468), zurückgeht. Sie beruht auf einer Spindelpresse, wie sie im 15. Jahrhundert auch für die Herstellung von Wein und Papier eingesetzt wird. Eine senkrechte Platte wird durch das Drehen einer Spindel abgesenkt, wodurch sich der Druck der Platte gleichmäßig auf eine darunter befindliche Unterlage auswirkt.

Der Blockdruck im Mittelalter

Gutenberg ist nicht der Erfinder des Buchdrucks. Schon vorher werden Bücher gedruckt, indem Bilder und Texte negativ aus einer Holzplatte herausgeschnitten werden. Die Platte wird danach mit Farbe eingestrichen und auf das zu bedruckende Material gestempelt. Dieses System wird als Blockdruck bezeichnet. Es setzt sich für die Buchherstellung aber nicht durch. Die Herstellung der Druckplatten dauert lange, und durch den Druck beim Abstempeln des Textes zerfasern sie sehr leicht, weshalb das Druckbild schnellt unsauber wird.

Druckerpresse

Gutenbergs Druck mit beweglichen Lettern

Der Goldschmied Gutenberg geht einen anderen Weg. Er stellt einzelne, spiegelverkehrte Buchstaben aus Metall her, die so genannten beweglichen Lettern. Aus diesen Lettern setzt er Wörter zu Zeilen und ganzen Seiten zusammen. Für das Drucken greift er auf die von ihm weiterentwickelte Spindelpresse zurück. Gutenberg positioniert auf der Unterlage den gesetzten Text. Er ergänzt zwischen der Platte und dem Text einen beweglichen Rahmen, in den er das zu bedruckende Material so einlegt, dass es auf den Text weist. Durch das Absenken der Platte mit der Spindel wird das zu bedruckende Material gleichmäßig auf den mit Farbe bestrichenen Text gepresst. So entsteht ein ebenmäßiger, qualitativ hochwertiger Druck, der auch höhere Auflagen erlaubt. Gutenberg beweist selbst die Effektivität seines Systems: Zwischen 1452 und 1455 druckt er 180 Exemplare seiner berühmten Gutenberg-Bibel. Bücher lassen sich mit Gutenbergs Methode schneller und billiger in größerer Zahl herstellen.

Gutenbergs Buchdruck: eine mediale Revolution im 15. Jahrhundert

Druckerpresse

Gutenbergs Methode verbreitet sich rasant. In kurzer Zeit entstehen an zahlreichen Orten in Mittel- und Westeuropa Druckereien, die auf Gutenbergs Methode zurückgreifen. Wichtige Druckorte des 15. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum sind unter anderem Lübeck, Magdeburg, Leipzig, Erfurt, Bamberg, Nürnberg, Augsburg, Wien, Ulm, Reutlingen, Straßburg, Speyer, Köln und eben auch Mainz.

Die Zahl der Bücher explodiert förmlich. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland um 1450, also vor der von Gutenberg ausgelösten medialen Revolution, etwa 500.000 Bücher. Um das Jahr 1500 sind es bereits 3 Millionen. Im nächsten Jahrhundert verzehnfacht sich der Bestand, sodass es um 1600 etwa 32 Millionen Bücher in Deutschland gibt. Wichtigster Ort für die Herstellung und den Verkauf von Büchern ist zu dieser Zeit Frankfurt am Main.

Die Gutenbergsche Druckmethode sorgt für eine Demokratisierung des Wissens. Bücher sind für eine immer größere Zahl von Menschen erschwinglich. Außerdem können Informationen und für die Mächtigen unangenehme Wissensinhalte nicht mehr so leicht zensiert werden, da sie mittels Buchdruck in großer Auflage schnell verbreitet werden können. Die Macht des neuen Mediums zeigt sich schon sehr bald: Der Erfolg der Reformation ist auch ein Erfolg von Gutenbergs Druckerpresse.

Die Druckerpresse ist Teil der Dauerausstellung.