Aktiv werden
Newsletter
Links
Download
Kontakt / Team
Impressum
Datenschutz
Spenden Sie jetzt!
AKTIV WERDEN
für das Bibelhaus

Spenden Sie jetzt!
Ausstellung
Das Bibelhaus
Besucherservice
Bildung & Vermittlung
Presse & Information
Das besondere Objekt
Das besondere Objekt
Partner & Förderer
Wissenschaft
Über uns

Das besondere Objekt: Der Colosseum-Sestertius

Der Colosseum-Sestertius, zur Eröffnung des Colosseums von Kaiser Titus herausgegeben, zeigt das prachtvolle neue Gebäude. Zwischen den Bögen an der Außenseite sind die Statuen römischer Götter und Figuren aus der Mythologie dargestellt.
Colosseum-Sestertius

Eine prächtige Arena zur Unterhaltung der Römer

Der römische Kaiser Vespasian (69 bis 79 nach Christus) aus der Dynastie der Flavier beginnt im Jahr 72 mit dem Bau des Colosseums. Als Bauplatz wählt er ein Grundstück, dass sein Vorgänger, Kaiser Nero (54 bis 68 nach Christus), nach dem großen Brand von Rom im Jahr 64 an sich genommen hat, um dort seine Palastgärten und einen künstlichen See anlegen zu lassen. Dagegen gibt es in der römischen Bevölkerung erheblichen Widerstand. Nach dem Sturz und Tod Neros kann sich Vespasian in einem Bürgerkrieg als neuer Kaiser durchsetzen. Um das Volk von Rom zu versöhnen, gibt Vespasian das von Nero beanspruchte Grundstück zurück und lässt darauf das Colosseum als Ort der Unterhaltung der Römer errichten.

Die leeren Kassen des Kaisers

Zum Zeitpunkt des Todes Neros ist Vespasian der Befehlshaber der römischen Armeen, die seit dem Jahr 66 systematisch den antirömischen Aufstand in Judäa niederschlagen. Nach seiner Machtübernahme begibt sich Vespasian nach Rom und übergibt den Befehl an seinen Sohn Titus. Der neue Kaiser findet die Staatskasse Roms für die Bauvorhaben Neros geplündert vor. Doch kann Titus im Sommer des Jahres 70 nach langer Belagerung Jerusalem einnehmen, wobei der Tempel zerstört wird. Titus lässt die Ruinen plündern und macht gewaltige Beute, die er nach Rom bringen lässt. Das Geld verwendet Vespasian für den Bau des Colosseums. Dies geht aus einer Inschrift hervor, die Titus an dem Gebäude später anbringen lässt.

Im jüdisch-römischen Krieg wurde der Herodianische Tempel in Brand gesetzt und geplündert. Römischer Befehlshaber war der spätere Kaiser Titus.
Tempel

Eine blutige Eröffnung

Nach dem Tod Vespasians folgt sein Sohn Titus als Kaiser (79 bis 81 nach Christus). Unter seiner Herrschaft wird das Colosseum vollendet: ein gewaltiges Bauwerk zur Demonstration der Macht und Größe des römischen Reiches, zur Verherrlichung des Sieges des kaiserlichen Hauses über die Judäer und zur Unterhaltung der Bevölkerung der Metropole Rom. Titus lässt den Colosseum-Sestertius anlässlich der Eröffnung des Colosseums im Jahre 80 oder 81 nach Christus prägen. Der römische Historiker Cassius Dio berichtet, dass Titus zur Eröffnung der Arena hundert Tage Gladiatorenspiele veranstalten lässt, in deren Rahmen mehr als 9000 wilde Tiere getötet worden seien. Über menschliche Opfer, die es zweifelsohne auch gegeben hat, berichtet er nicht.

Vespasian und Titus gelten ihren Untertanen als fähige Kaiser, die den Staat nach den chaotischen Jahren der Herrschaft Neros restauriert und gegen seine Feinde verteidigt haben. Sie haben mit militärischen Mitteln einen Aufstand in Judäa niedergeworfen, die Einheit des Reiches verteidigt und dem Volk von Rom seinen Besitz zurückgegeben: das Grundstück, auf dem Nero seinen künstlichen See anlegen wollte. Dafür werden sie von den Einwohnern des Reiches in einem Kult gottähnlich geehrt. Doch haben ihre Taten einen hohen Blutzoll gefordert.

Die Flavier und die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums

Der Evangelist Lukas schreibt sein Evangelium vermutlich in den 80er Jahren des 1. Jahrhunderts, kurz nach dem Ersten Jüdischen Krieg und der Eröffnung des Colosseums. Er greift bei seiner Beschreibung der Geburt Christi auf Begriffe zurück, die dem hellenistisch-römischen Herrscherkult entstammen.

Die Geburt eines Thronerben wie auch ein militärischer Sieg werden dort als Evangelion, als gute Nachricht, bezeichnet. Die Herrscher gelten als Retter, Friedensbringer und gelegentlich auch als menschgewordene Götter. Auch wenn Lukas nirgendwo direkt auf die Flavier und ihre Politik eingeht, so kommentiert er mit dem Aufgreifen der Begriffe des Herrscherkultes deren Taten, aber auch die aller anderen Machthaber der Welt. Der wahre menschgewordene Gott ist nicht der Kaiser, sondern Jesus Christus. Dieser Jesus Christus bringt den Frieden auf Erden. Er ist der Retter der Menschen. Der Friede, den er bringt, das ist nicht die Abwesenheit von Krieg nach einer blutigen Unterwerfung. Und seine Rettungstat besteht nicht darin, ein irdisches Reich gewaltsam zu erhalten. Er kommt nicht mit einer Armee. Er kommt auch nicht mit Pracht.

Seine Geburt findet nicht in den Palästen statt, sondern in einem einfachen Haus, das sich einfache Menschen mit ihren Tieren teilen müssen. Dieser wahre Gott liegt nicht in den Betten der Reichen, sondern in der Krippe der Tiere. Seine Besucher sind nicht die Herren der Welt, sondern die einfachen Menschen, bei Lukas vertreten durch die Hirten. Dieser Gott ist für alle da. Aus Liebe erniedrigt er sich, um die Menschen zu erhöhen. Denn er kommt auf die Welt, um für die Menschen zu sterben und aufzuerstehen. Das ist das wahre Evangelion, die gute Nachricht.