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#kulturtrotzcorona: In der Tiefe das Leben finden

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit, sollte man ihn nicht unergründlich nennen?“ Mit diesen Worten lässt Thomas Mann seinen Roman „Joseph und seine Brüder“ beginnen.

Nicht nur die Vergangenheit liegt wie verborgen in der Tiefe eines Brunnens, sondern auch das lebensspendende Wasser für das tägliche Leben. Was bei uns so selbstverständlich aus der Leitung kommt, musste in biblischen Zeiten in Palästina unter großen Mühen zugänglich gemacht werden. Die regenlosen Sommer veranlassten Menschen dazu, oft bis zu über 30 Meter tiefe Brunnen zu graben, die innen mit unterschiedlichen Materialien wie Balken, Ziegeln oder Steinen vor dem Einsturz gesichert wurden. Das war Schwerstarbeit. Beim Graben stieß man entweder auf Grundwasser oder sogar auf eine Quelle, die immer frisches Wasser hervorbrachte.

Wasserspender und Ort der Begegnung

Brunnen grub man bei Ortschaften, aber auch dort, wo das Vieh seine Weide hatte. Daneben standen meist Tränken für das Vieh (1. Mose/Genesis 29). In der Regel waren sie Allgemeingut, im Gegensatz zu Zisternen. Damit niemand hineinfallen und kein Schmutz ins Wasser fallen konnte, wurden sie mit Steinen oder einer Platte abgedeckt. Es gehörte zu den Aufgaben der Frauen, sich mit Steinkrügen auf den Weg zum Brunnen zu machen, um für den täglichen Wasserbedarf zu sorgen. Auch das war keine leichte Arbeit, denn die vollen Gefäße mussten nicht nur nach Hause getragen, sondern auch mit Wasser gefüllt werden, das man mit einem Gefäß aus der Tiefe hochzog. Im Bibelhaus kann man es ausprobieren.

Brunnen waren aber auch Orte der Begegnung und nicht selten kam es hier auch zum Streit (1. Mose 21,25-30).

Wir finden in der Bibel eindrucksvolle Brunnengeschichten, denn Brunnengeschichten sind Lebensgeschichten, weil es hier etwas gibt, was lebensnotwendig ist: Wasser. Auf zwei dieser Geschichten möchte ich neugierig machen: 1. Mose 24 und Johannes 4.

Text: Lothar Lippert, Museumsbegleiter im Bibelhaus

Brunnen im Bibelhaus
Foto: Bibelhaus Erlebnis Museum

#kulturtrotzcorona