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Christentum und/oder Magie?

Amulettkapsel mit zwei Kettengliedern, Goldblech, 3. Jahrhundert nach Christus, Leihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin
Amulettkapsel mit zwei Kettengliedern, Goldblech, 3. Jahrhundert nach Christus, Leihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin

Auf den ersten Blick scheinen Christentum und Magie unvereinbare Gegensätze zu sein. Die Magie versucht Einfluss auf göttliche Mächte zu nehmen. Dazu bedient sie sich spezieller Riten, Formeln und Gegenstände. Das widerspricht dem Grundgedanken des Christentums, dass Gott uns die Rettung umsonst und aus freiem Entschluss schenkt.

Im Alltag von Christinnen und Christen durch die Jahrhunderte lassen sich aber vielfältige Belege für magische Praktiken und Momente finden. In hellenistischer und römischer Zeit waren Kapseln als Behälter für religiöse Texte weit verbreitet. Dazu zählt auch die Amulettkapsel aus Goldblech aus dem dritten Jahrhundert. In diesen Kapseln wurden kleine Gold- oder Silberplättchen oder Papyrusstreifen mit Texten aufbewahrt, die die Bitte um Schutz, Linderung von Schmerzen oder den Beistand in schwierigen persönlichen Situationen enthielten.

Solche Texte, die auch biblische Texte sein konnten, sollten möglichst nah mit dem Menschen verbunden sein, um besonders intensiv zu wirken. Deshalb wurde durch die Ösen einer solchen Amulettkapsel eine Kette oder ein Silberbändchen gefädelt und dieses Schmuckstück um den Hals getragen. Dadurch konnte der biblische Text ganz nah am Herzen, dem Zentrum des Menschen liegen.

Frühe Praktiken der Volksfrömmigkeit

Diese über Jahrhunderte gängige Praxis wurde beibehalten. Nur das religiöse Gegenüber wechselte. Hatte man früher die ägyptischen Götter angerufen, so finden sich auf den Texten jetzt die Namen von Heiligen, Aposteln oder Jesus Christus. Schon in den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche hat man eine solche Praxis mit der Magie verbunden. So wettert der christliche Bischof Ioannes Chrystostomos (354-407): „Siehst du nicht, wie die Frauen und Kinder wie einen großen Schutz Evangelien um den Hals hängen und überall, wohin sie auch gehen, diese mit sich herumtragen?“

Genutzt hat diese kirchliche Kritik wenig. Offensichtlich braucht die Volksfrömmigkeit diese Praktiken, die der Magie sehr ähneln. Die Gefährdung des Lebens, der Wunsch nach Schutz und die Sehnsucht nach Geborgenheit sucht sich ihre Formen, mit denen sie sich ausdrücken kann, auch heute noch.

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