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Koberger-Bibel mit Illustration aus der Genesis
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Prachtbibel, Lutherschriften und ein Ablassbrief

Neue originale Objekte aus der Zeit der Reformation sind jetzt im Frankfurter Bibelhaus in der Sonderausstellung „fremde.heimat.bibel.“ zu sehen. Die im vergangenen Jahr eröffnete Ausstellung wird 2017 mit dem Schwerpunkt Reformationsjubiläum fortgesetzt. Zu den neuen Highlights der Ausstellung gehören die prachtvolle Koberger-Bibel von 1483 und ein Ablassbrief von 1517. Außerdem sind originale Drucke aus der Zeit Martin Luthers zu sehen. Seltene eigenhändige Niederschriften des Reformators zeigen "Luther privat".

Seltene Exemplare der Druckkunst

„Die neuen Objekte zur Reformation zählen zu den Rara – den seltenen Exemplaren der Druck­kunst“, betont Bibelhaus-Direktor Dr. h. c. Jürgen Schefzyk. „Sie ergänzen den historischen Bestand der Ausstellung in hervorragender Weise.“ Der Ablassbrief von 1517 gehöre zu den ganz wenigen Exemplaren seiner Art. Er sei mit den Worten von heute als eine Art „Highway to heaven“ zu verstehen.

Ablassbrief von von Ernst Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg aus dem Jahr 1517
Ablassbrief von 1517
Luthers „Adelsschrift“ von 1520: „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“
Luthers Brief an den Adel von 1520

Zur Zeit der Reformation seien Himmel und Auferstehung kein Diskussionsgegenstand gewesen, so der Theologe. Die Überzeugung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, sei selbstverständlich gewesen. Schefzyk: „Nur der Weg dahin war heiß umstritten. Und hier unterschied sich der Ab­lasshandel – eine Art Mautgebühr auf dem Weg ins ewige Leben – deutlich von der Meinung Luthers, man könne nur durch Lesen der Heiligen Schrift und Glauben zur Gewissheit gelangen.

Ablassbrief von 1517 und Koberger Bibel

Der originale Ablassbrief stammt von Ernst Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg. Am 31. Oktober 1517 richtete Dr. Martin Luther ein Schreiben an Erzbischof Albrecht und klagte die Ablasspraxis in Brandenburg an. Dem Brief legte er die 95 Thesen gegen den Ablasshandel bei. Die Koberger-Bibel gehört zu den vorlutherischen deutschsprachigen Bibeln. Der Nürnberger Anton Koberger war in seiner Zeit ein bedeutender Buchdrucker, Verleger und Buchhändler.

Zu den originalen Luther-Dokumenten zählen die „Adelsschrift“ von 1520: „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“, der Sendbrief an Papst Leo X. von 1520 und der Ratsherrenbrief von 1524. Seltene autographische Zeugnisse des Reformators sind Briefe aus Frankfurt und eine "Stallnotiz" über seine Pferde. Sie entstanden 1521 bei seiner Reise von Worms zur Wartburg.

Raubkopie wie zu Luthers Zeiten

Gäste können eine Raubkopie im Schriftbild von Luthers Erstausgabe des Neuen Testaments Deutsch auf einer Gutenbergpresse drucken, oder eine "kleine Biblia" aus Luthers Psalter von 1531 falzen und heften. Beides sind schöne Erinnerungen zum Mitnehmen (bitte bei einer Gruppenanmeldung anfragen).

 

Actionbound: Die App zur Ausstellung (ab Frühjahr 2017)

Mit der App und hauseigenen Tablets geht es interaktiv durch die Ausstellung zum Reformationsjubiläum fremde.heimat.bibel.

Unser Tipp: Besonders attraktiv für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Teamerinnen und Teamern, Schülerinnen und Schülern.

Mitarbeiterausflug: Das Bibelhaus am Lutherweg 1521

Gemeinden können für Ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden einen exklusiven Besuch im Bibelhaus mit Führung zum Reformationsjubiläum 2017 buchen.

Unser Tipp: Verbinden Sie den Museumsbesuch mit einer Etappe auf dem "Lutherweg1521". Frankfurt am Main spielt als Druckort vor 500 Jahren eine herausragende Rolle: Zwischen Profit und Credo findet auf der Messe und in den Stadtklöstern die Auseinandersetzung um die Reformation statt, die Zünfte vertreiben in einem Aufstand den Magistrat und regieren mit einer eigenen Verfassung für einige Monate die Stadt - und der Kaiserdom ist über Jahre evangelisch.

Reformation und eine Welt

Video-Interviews von Migrantinnen und Migranten aus aller Welt, zuhause im Rhein-Main-Gebiet, geben einen lebendigen Eindruck davon, wie sich ein Kernanliegen der Reformation durchgesetzt hat: jeder und jedem die Bibel in der Muttersprache.

Zur Startseite von fremde.heimat.bibel.

Sola Scriptura?

Die Vortragsreihe „Sola Scriptura? Kritische Forschung zu Heiligen Schriften“ nimmt im Jahr des 500. Reformationsjubiläums Fragen der kritischen Forschung zur Bibel auf.   [mehr]

Clip zur Ausstellung fremde.heimat.bibel.

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